Rezension: „Bloodlines: Die goldene Lilie“ von Richelle Mead

bloodlines #2

Titel: Bloodlines: Die goldene Lilie #2

Autor: Richelle Mead

Verlag: LYX

Genre: Fantasy, Jugendroman

Seiten: 416 Seiten

Preis: 12,99€ (Taschenbuch)

 

 

Rezension:

Ich war ja schon restlos begeistern von Richelle Meads „Vampire Academy“-Reihe. Aber von Buch zu Buch muss ich sagen, dass es der Autorin gelungen ist sich mit ihrer „Bloodlines“-Reihe noch einmal zusteigern. Ich habe den 2.Band verschlungen und die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur genossen.

Die Geschichte schließt nahtlos an die Ereignisse des vorherigen Bandes an. Sydney wird von den Alchimisten wieder als ein hoch talentiertes Mitglied anerkannt. Sie selbst leidet aber immer mehr unter einem Gewissenskonflikt, dass sie die Vampire, mit welchen sie tagtäglich zu tun hat, weit weniger hassenswert findet, als dass es ihre Erziehung von ihr verlangt. Während sie noch mit ihren Gefühlen ringt, stehen weit größere Probleme vor der Tür. Eine Gruppe von extremistischen Vampirjägern hat es sich zur Aufgabe gemacht ihre Freunde zu töten und es ist allein Sydneys Aufgabe dies zu verhindern. Schlecht wenn einen die glühenden Blicke des attraktiven Moroi Adrian ständig so aus dem Konzept bringen.

Ich finde es unglaublich faszinierend, wie es der Autorin gelungen ist in dieser Buchreihe so sehr die Perspektive auf die Dinge zu verändern, als es in der vorherigen „Vampire Academy“-Reihe der Fall war. So ist es nun schon etwas gewöhnungsbedürftig sich an Sydneys ständig aufkommende Abneigung gegen alles magische und Blut zu gewöhnen, war es doch bei „Vampire Academy“ das selbstverständlichste auf der Welt.

Im weitern fand ich den Spannungsaufbau dieses Buches sehr gelungen, denn weder Leser noch Protagonisten wussten lange Zeit, wo genau die entstehenden Probleme und Gefahren liegen bzw. ihren Ursprung haben. Aber die Unstimmigkeiten werden sehr wohl heraus kristallisiert und können nur noch nicht entschlüsselt werden. Dadurch entsteht natürlich eine starke Sogwirkung und man kann den Roman kaum aus der Hand legen, dann man auf die erlösende Erklärung wartet.

Die wirkliche Begeisterung für diesen Roman kommt jedoch allein durch die tollen Charaktere und deren zwischenmenschliche Interaktionen.

Sydney ist eine sehr gut ausgeformte Protagonistin, welche durch das Gleichgewicht an Schwächen und Stärken, die sie aufweist, für den Leser sehr gut fassbar gemacht wurde. So ist es unwahrscheinlich witzig zu lesen, dass sie zwar total klug ist, aber die alltägliche Kommunikation sie so aus dem Konzept werfen kann, da sie diese immer etwas zu wörtlich nimmt. Auch entwickelt sich Sydney im Verlauf des Buches stringent weiter. Sie hat stark mit ihrer immer stärker werdenden Sympathie für ihre „Mitmenschen“ zu kämpfen. Sie ist in dem Glauben aufgewachsen, dass Moroi und Dhampire das Böse in der Welt personifizieren und muss jetzt feststellen, dass die Welt eben nicht nur Weiß und Schwarz zu sein scheint. Manchmal sind es die die man hassen sollte, die die man am meisten lieben wird.

„Mehr und mehr wurde ich daran erinnert, dass Menschen genauso wie Vampire zu Bösem fähig waren – und Vampire zu Gutem.“ S. 265 Sydney

Das große Highlight dieser Buchreihe ist natürlich Adrian. Schon bei „Vampire Academy“ war er ein riesiger Sympathieträger, um so schöner ist es nun, dass seine Rolle immer mehr Platz einnimmt. Wie immer schafft er es jede Situation durch einen total unpassenden lockern Spruch aufzuwerten. Aber er besitzt auch eine Tiefgründigkeit und Verletzlichkeit, die jedes Frauenherz zum schmelzen bringen kann. Dies Spannung, welche sich zwischen Adrian und Sydney zu entwickeln beginnt, ist beinah greifbar und steigert sich von Seite zu Seite ins unerträgliche. Sehr witzig ist dabei, dass sich Adrians Blickwinkel auf Sydney über das Band auf Jill zu übertragen scheint, was zu einer Menge etwas verstörender Gespräche führt.

In diesem Buch werden auch neue Charaktere eingeführt mit denen ich aber zunächst ein paar Probleme hatte. Da wäre zunächst einmal Angeline, welche sich irgendwie nicht so recht in die Gruppendynamik einfügt und lange Zeit ein bisschen nervig daherkommt. Sie entwickelt sich aber auch stetig weiter und wird einem dadurch letztlich doch noch sympathisch.

Dann wäre da noch Braydon, ein Mensch mit welchem Sydney anfängt sich zu treffen. Er ist einem irgendwie von Anfang an suspekt und seine Rolle für das Buch bleibt dabei im Dunkeln. Jedoch ist der Running-Gag, dass sich keiner von Sydneys Freunden seinen Namen merken kann wirklich amüsant.

Zum Schreibstil lässt sich sagen, dass er wie immer leicht und locker daher kommt. Das Buch lässt sich sehr schnell lesen und es gibt keinerlei Stellen, wo der Lesefluss durch etwaige Formulierungen ins Stocken gerät. Die Handlung wird ausschließlich aus der Perspektive von Sydney erzählt, dadurch erhält der Leser zwar eine einseitige Sicht auf das Geschehen, aber es wird auch die Spannung gesteigert, da so vieles zunächst im Dunklen bleibt.

Fazit:

Der Roman konnte restlos begeistern und lebt durch seine absolut genialen Charaktere, deren Entwicklung jeden mitfiebern lässt.

5 von 5

 

 

 

XOXO Puppette

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Rezension: „Jake Djones und die Hüter der Zeit“ von Damian Dibben

Jake Djones #1

Titel: Jake Djones und die Hüter der Zeit

Autor: Damian Dibben

Verlag: cbt

Genre: Jugendroman, Zeitreiseroman

Seiten: 368 Seiten

Preis: 12,99€ (Taschenbuch)

 
 

Klappentext:

Jake Djones! Kann er die Vergangenheit retten, damit die Welt eine Zukunft hat?

Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben – bis ihn eines Tages die Geschichtshüter anheuern. Die Agenten dieses Bundes eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander will die Vergangenheit manipulieren und der Welt damit für alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein von ihrer Entschlossenheit ab – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft …

Rezension:

Jake hat bis jetzt ein relativ normales Leben geführt, mit relativ normalen Eltern. Zugegeben diese sind wohl etwas chaotisch und in letzter Zeit auf vielen Sanitärartikel – Messen unterwegs, aber insgesamt verlief doch alles in recht ruhigen Bahnen. Bis zu dem Tag als Jake erfahren muss, das seine Eltern vermisst werden und zwar in der Zeit selbst. Sie gehören nämlich zu den geheimen Hütern der Zeit, welche eben diese vor den bösen Machenschaften von Prinz Zeldt und seinen Handlangern beschützen. Es stellt sich heraus, dass auch Jake die Gabe besitzt durch die Zeit reisen zu können. So schließt er sich den Hütern an, bei der Suche nach seinen verschollenen Eltern. Dabei verschlägt es ihn und seine neuen Kollegen ins Venedig des 16. Jahrhundert. Und schon bald lauern überall Gefahren, letztlich sieht sich Jake Prinz Zeldt höchstpersönlich gegenüber.

Die Geschichte hat einen sehr plötzlichen Anfang, welcher die Handlung rasant voran treibt. Der Leser hat gar nicht richtig die Möglichkeit sich an die Figuren und die Handlung an sich zu gewöhnen bzw. diese erst mal kennen zu lernen. Nein, alles geht schnell und schneller voran, viele wichtige Entwicklungen werden nur so aneinander gereiht ohne jegliche Verschnaufpause.

Dabei kommt es auch zu kleineren Logikfehlern. So heißt es zum Beispiel erst, die Geschichte sei lebendig und nichts endgültig und nur um ein paar Seiten weiter dann plötzlich, die Vergangenheit lässt sich nicht ändern.

Aber nach diesem etwas zu rasanten Einstieg in die Handlung, wird die Geschichte zu Glück etwas ruhiger. Das soll nicht heißen, dass es langweilig wurde oder es keinen Action mehr gab, ganz im Gegenteil sogar. Jedoch wirkt alles nicht mehr so zu einem einzigen lauten Knall zusammen gerafft und die einzelnen Charaktere werden nun auch viel besser ausgearbeitet.

Ich würde nicht sagen, dass Jake der alleinige Protagonist des Buches ist, vielmehr sind alle Gruppenmitglieder, welche sich auf die Suche nach Jakes Eltern begeben Protagonisten. Sie sind durch die Bank weg sehr verschieden, aber auch richtige Typen, welche im Gedächtnis bleiben.

Jake ist ein sehr mutiger und einfallsreicher Junge, welcher sich erst mit dieser neuen Situation, des Zeitreisens, arrangieren muss. Aber er entwickelt sich auch im Verlauf der Handlung immer weiter und wird zu einem richtigen Abenteurer.

„Jake Djones ist der Phönix, neben dem alle anderen Agenten der Geschichtshüter verblassen wie harmlose Fünkchen, und er wird kommen, um euch zu holen.“ S.170 Nathan

Apropos Abenteurer Nathan ist wohl das absolute Paradebeispiel für diese Spezies. Er wirkt vom ersten Momentan wie ein klassischer, arroganter, selbstverliebter Abenteuer und als Leser hat mein gar keine andere Wahl, als ihn zu lieben 🙂 . Besonders seine sehr witzigen Sprüche und seine vollkommene Überzeugen von sich selbst haben es mir einfach angetan.

Dem Gegenüber steht dann Charlie, der wohl ruhigste Charakter aus der bunt gemischten Gruppe. Mit seinem Papagei den er stets bei sich hält, seinen Hang zum Besserwisserischem und Perfektionismus, wirkt er immer wie ein kauziger etwas verrückter Professor.

Viele der Figuren haben sehr stereotypische Charaktereigenschaften, sind deswegen aber nicht weniger sympathisch, ganz im Gegenteil sogar. Dadurch das sie alle etwas sehr markantes an sich haben, bleiben sie auch sehr lange im Gedächtnis. Grade die Gesamte Familie Zeldt, welche auf eine solch schaurig schöne Weise das absolut Böse verkörpert, lässt einen so schnell nicht mehr los.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, dadurch ergibt sich die Möglichkeit mehrere Handlungsstränge parallel zu erzählen. Das Buch wird so noch spannender und komplexer. Besonders gut gefallen hat mir die Weiterverfolgung der Handlung im Hauptquartier der Hüter, während der Abwesenheit der Gruppenmitglieder.

Der Erzählstil ist an sich sehr einfach gehalten, es gibt keine komplexen Sätze und verschnörkelte Umschreibungen. Aber dennoch sind viele Szenen filmreif dargestellt. Dies in Kombination mit einer actiongeladenen Handlung voller Humor sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahin fliegen.

„Zeitreisen sind etwas Magisches, aber sie haben auch etwas zutiefst verstörendes.“ S.345 Galliana Goethe

Fazit:

Das Buch bieten einen tollen Lesegenuss, mit viel Action und Spannung. Das alles wird mit einem Humor voller Situationskomik aufgelockert und sorgt dafür, dass einen die Geschichte nicht so schnell wieder loszulassen vermag.

4 von 5

 

 

 

XOXO Puppette

Augenblicke: „Grand Budapest Hotel“, „Yves Saint Laurent“, „First Position“ und „A Long Way Down“

Augenblicke

Unter der Kategorie „Augenblicke“ fasse ich Filme in kleineren Rezensionen zusammen.

grand

Titel: Grande Budapest Hotel

Cast: Ralph FiennesAdrien BrodyWillem DafoeJude LawBill MurrayEdward NortonSaoirse RonanTilda SwintonTony Revolori

Genre: Komödie

Länge: 97 Minuten

Offizielle Seite: http://www.grandbudapesthotel.com

 

Trailer:

Die Filme von Wes Anderson sind immer etwas ganz Besonderes und erreichen sehr schnell Kultstatus. Dies trifft sicherlich auch auf „Grande Budapest Hotel“ zu, welcher nicht ohne Grund, die diesjährige Berlinale eröffnete.

Die Geschichte handelt von Zero Moustafa, welcher als Lobbyboy unter die Fittiche des legendären Monseuir Gustave gerät. Dieser ist der Concierge des Grande Budapest Hotel der 40er Jahre, in der fiktiven Republik Zubrowka. Als Gustave nun überraschenderweise ein seltenes Gemälde, von einer seiner Zahlreichen Liebschaften erbt, beginnt eine abenteuerliche Hetzjagd, bei welcher er stets von seinem treuen Lobbyboy Zero begleitet wird.

Der Film erzählt eine Geschichte auf mehreren Ebenen. Es ist so zu sagen eine Geschichte in der Geschichte einer Geschichte. Eine Komplexität, die garantiert nicht vielen Filmproduzenten gelingt, aber auf grandiose weise einem gewissen Wes Anderson.

Dabei bedient er sich einem hochkarätigem Cast, bis in die kleinste Nebenrolle. Ganz vorne natürlich Ralph Fiennes, welcher den liebeswürdigen M. Gustave darstellt, mit all seinen kleineren und größeren Besonderheiten. Ihm zur Seite steht ein bis dahin noch recht unbekannter Tony Revolori, in der Verkörperung des jungen Zero. Zusammen ergeben sie ein Konstellation voller Freundschaft, welche sich aber meist in sehr skurrilen Dialogen äußert.

Generell ist der Film sehr skurril und weißt einen sehr speziellen Humor auf, weit jenseits der Slapstick – Komik. Anzumerken sei auch noch das ungewöhnliche Filmformat, mitwelchem eine ständige Symmetrie in wirklich jeder Szene einhergeht.

5 von 5

 

yvesTitel: Yves Saint Laurent

Cast: Pierre NineyGuillaume GallienneCharlotte Le BonNikolai Kinski

Genre: Biografie

Länge: 102 Minuten

Offizielle Seite: http://www.ysl-movie.jp

 

 

 

Trailer:

Der Film erzählt die Lebensgeschichte des bekannten Modeschöpfers Yves Saint Laurent. Aber eigentlich ist es wohl her eine Liebesgeschichte, welche jeglichen Problemen des Lebens zu trotzen schien, die Geschichte von Pierre Berge und seiner Liebe zu Yves Saint Laurent.

Der Zuschauer kann dabei die Entwicklung des jungen Yves bis zu seinem Tod verfolgen. Erzählt wird die Geschichte allerdings vollständig aus der Perspektive von Pierre, welcher sich zu Beginn des Films in Trauer um seinen Geliebten befindet und eben diesen ihre gemeinsame Zeit nochmals erzählt. Eine durchaus ungewöhnliche Form der Erzählung, jedoch hat es dem Film noch mehr Dramatik verleihen können, da man sich der Trauer von Pierre so noch besser annähern konnte.

Der Film strotz nur so vor schauspielerischen Höchstleistungen. Besonders der noch recht unbekannte französischen Schauspieler Pierre Niney konnte den Charakter des Yves Saint Laurent in einer atemberaubenden Komplexität verkörpern. Ein unterfangen, welches durch die charakterliche Entwicklung, welche diese Rolle im Verlauf des Films durchläuft, sicherlich nicht einfach zu meistern war.

Als spannend im eigentlichen Sinne kann man den Film nicht bezeichnen. Er lebt vielmehr von den ruhigen Tönen und großer Farbenpracht.

Zu erwähnen sei noch ein wundervoll junger und arroganter Karl Lagerfeld, welcher seinen Auftritt in diesem Film hat.

3 von 5

 

firstTitel: First Position

Cast: /

Genre: Dokumentarfilm

Länge: 91 Minuten

Offizielle Seite: http://www.balletdocumentary.com

 

 

 

Trailer:

Hierbei handelt es sich um einen Dokumentarfilm rund um den hoch-dotierten Ballettwettbewerb „Youth America Grand Prix“. Dabei erhält der Zuschauer Einblick in das Leben von mehreren Kindern bzw. Jugendlichen, welche sich der Herausforderung dieses Wettbewerbs stellen.

Der Film kann mit wundervollen Tanzszenen glänzen und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen sind von solch fesselnder Präsenz, dass man mit jedem einzelnen Teilnehmer mitfiebert.

Als besonders gelungen empfand ich zudem die gut dargestellte Problematik, welche mit dem Berufswunsch „Profitänzer“ einhergeht.

All jenen, welche sich für das klassische Ballet begeistern können und einmal einen Blick hinter die Kulissen, jenseits von idealisierenden Tanzfilmen, werfen wollen, den sei „First Position“ wärmstens zu empfehlen.

4 von 5

 

a longTitel: A Long Way Down

Cast: Pierce BrosnanToni ColletteImogen PootsAaron PaulSam Neill

Genre: Drama, Komödie

Länge: 92 Minuten

Offizielle Seite: http://www.magpictures.com/alongwaydown/

 

 

 

Trailer:

Mittlerweile schon die dritte Buchverfilmung von Nick Hornby. Die Geschichte dreht sich um vier Selbstmörder, welche sich in der Silvesternacht auf einem Dach treffen, um sich ihren Wunsch vom Ableben zu erfüllen. Doch durch den unglaublichen Zufall ihres Zusammentreffens beschließen die Vier ihren Todeswunsch mit einem Pakt mindestens bis zum nächsten Valentinstag zu verzögern. Von nun an nehmen die so unterschiedlichen Charaktere Einfluss auf die Leben der Anderen, mit oft unvorhersehbaren Folgen.

Der Zuschauer erhält dabei durch die vier wechselnden Erzählperspektiven Einblick in die Leben der Protagonisten, wobei sich nach und nach aufklärt, welche Umstände zu ihren jeweiligen Selbstmordgedanken geführt haben.

Die Gesichte ist stellenweise äußerst skurril und komisch. Letzteres allerdings nicht immer im positivem Sinne. Denn teilweise ist der Handlungsablauf sehr gestellt, sowie auch die Witze und macht es dem Zusehenden sehr schwer der Geschichte auch nur ein Hauch von Logik bzw. Glaubwürdigkeit abzugewinnen.

Es ist zwar mehr als deutlich zu sehen, dass der Film letztlich das Gegenteil von seinem Inhalt, nämlich Lebensfreund, vermitteln möchte. Dies geschieht jedoch meist auf eine Weise, jenseits von subtil, sodass der Handlung viel an ihrer eigentlichen Dramatik verloren geht.

3 von 5

 

 

XOXO Puppette

Der Film zum Sonntag: „Maleficent“ mit Angelina Jolie, Sam Riley und Ellen Fanning

maleficentTitel: Maleficent – Die dunkle Fee

Cast: Angelina Jolie, Ellen Fanning, Sam Riley, Brenton Thwaites, Sharlto Copley, Juno Temple

Erscheinungsdatum: Oktober 2014

Genre: Fantasy

Länge: 92 Minuten

Offizielle Seite: http://filme.disney.de/maleficent-die-dunkle-fee

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Trailer:

Rezension:

Nachdem ich den Trailer zu „Maleficent“ das Erstemal gesehen hatte, dachte ich nur: „Nein, den musste wirklich nicht im Kino schauen“. Jetzt im Nachhinein bereue ich diese Entscheidung. Denn trotz meiner großen Bedenken gegenüber dem Film, konnte er mich letztlich vollkommen verzaubern.

Es wird die Geschichte von Dornröschen erzählt, jedoch aus der Perspektive von Maleficent, der bösen Fee. Dabei wird schnell klar, das sich diese Erzählweise stark von der des bekannten Märchens unterscheidet. So ist Maleficent von Dornröschens Vater betrogen wurden und legt ihren soo berühmten Fluch über Dornröschen, aus Rache an ihrem ehemaligen Geliebten. Als Dornröschen schließlich zu einer jungen Frau heranwächst, entsteht nach und nach eine tiefe Freundschaft zwischen den  verschiedenen Frauen. Diese wird jedoch von Maleficents mächtigen Fluch überschattet, der sich selbst der Kontrolle seiner Erzeugerin zu entziehen scheint.

Meine großen Bedenken gegenüber dem Film rührten vor allen daher, dass mir Angelina Jolie (Salt, Tomb Raider) als Maleficent so gar nicht zu sagte. Im Trailer kam mir diese Besetzung ziemlich lächerlich und unpassend vor. Vor allen diese monströsen Wangenknochen waren sehr abschreckend. Aber Angelina konnte mich letztlich überraschen und überzeugen. Denn sie verkörpert eine ganz neue Art von „böser Fee“, welche sehr viel mehr tiefe und Vielschichtigkeit aufweist, als es im ursprünglichen Märchen der Fall ist.

Mir gefällt dieser Trend weg vom stereotypischen Gut und Böse, hinzu einer Erzählweise, welche mehr Grauzonen zulässt. Sei es nun der Dieb als Held, statt des Prinzen oder eben die böse Fee, welche mehr Herzensgüte aufweist als die königliche Familie.

Die Rolle des Diaval (der Rabe), gespielt von einem wie immer grandiosen Sam Riley (Brighton Rock, Das finstere Tal), war die perfekte Ergänzung zur kühlen und vom leben abgehärteten Maleficent. Er brachte eine gewisse Komik in die Handlung. Zudem war seine Neuinterpretierung als eins der klassischen Attribute von Maleficent sehr originell.

Neben diesen beiden charismatischen Charakteren sind die meisten anderen Figuren ziemlich untergegangen. Was zwar nicht all zu schlimm war, da die Beiden sehr wohl die Spannung des Films alleine tragen konnten. Aber dennoch wahr es schade das sowohl die Rolle des Dornröschens, als auch die des Prinzens, im Gegensatz zu Maleficent sehr am Ursprungsmärchen angelehnt geblieben sind. Durch diese einseitige Charakterisierung als gut, lieb und brav, hatten Ellen Fanning (Super 8, Wir kaufen einen Zoo) und Brenton Thwaites (The Giver – Hüter der Erinnerungen, Blue Lagoon: Rettungslos Verliebt) wenig Möglichkeiten ihren Figuren Leben einzuhauchen.

Eine dafür umso gelungenere Neudarstellung war die der drei guten Feen. Denn diese waren im großen und ganzen einfach nur unfähig, besonders was die Erziehung und Pflege von Kleindornröschen betraf. Nichts mit liebevollen großmütterlichen Feen, diese hier waren verantwortungslos und selbstverliebt. Dadurch kam es zu einer ungewöhnlichen und außergewöhnlichen Rollenverschiebung. Denn letztlich ist Maleficent selbst dazu gezwungen, die den guten Feen zugedachte Rolle in Dornröschens Leben, zu übernehmen.

Auch die visuellen Effekte des Films sind wundervoll anzusehen und zeigen eine großes Maß an Kreativität auf. Besonders die detailreichen Darstellungen von Maleficents Reich haben es mir angetan. Die Symbiose zwischen Natur und Fabelwesen erinnert stark an Umsetzungen, wie ich sie zu letzt in „Epic- Verborgenes Königreich“ und „Avatar“ gesehen habe.

Fazit:

„Maleficent“ ist eine aussergewöhnliche Neuerzählung des bekannten Märchens und räumt dabei mit den alten Vorstellungen von Gut und Böse auf.

4 von 5

 

 

XOXO Puppette

Rezension: „Ich brenne für dich“ von Tahereh Mafi

ich brenne für dich

 

Titel: Ich brenne für dich

Autor: Tahereh Mafi

Verlag: GOLDMANN_Kombi_Claim_4C_S

Genre: Utopie

Seiten: 384

Preis: 16,99 €

 

Klappentext:

Das atemberaube Finale der Trilogie um Juliette, Adam und Warner.

Nach der verlorenen Schlacht gegen das Reestablishment ist Omega Point, der Zufluchtsort der Rebellen, zerstört, Juliettes Freunde sind in alle Winde zerstreut. Auch über das Schicksal ihrer ersten großen Liebe Adam ist sie im Ungewissen – ebenso wie über ihre Gefühle für ihn. Die einzige Gewissheit, die ihr noch bleibt, ist, dass sie das grausame Regime unbedingt besiegen muss. Doch dazu wird sie sich Warner anvertrauen müssen, Kommander von Sektor 45, Sohn des feindlichen Oberbefehlshabers – und nunmehr Juliettes einziger Verbündeter. Der eine Mensch, den sie auf ewig zu hassen schwor. Und der ihr Leben rettete. Jetzt verspricht er, an ihrer Seite gegen seinen Vater zu kämpfen. Doch kann sie ihm vertrauen? Und was will er wirklich von ihr?

Rezension:

WOW lange ist es her, dass ich es geschafft habe eine Trilogie so schnell zu beenden. Normalerweise komme ich spätestens beim 2. Band ins stocken, welcher dann Monate lang auf meinem SuB vor sich hin vegetiert, vom 3. Band ganz zu schweigen. Aber nicht so bei der „Shatter Me -Trilogie“, kaum flatterte der nächste Band ins Haus, war er schwups auch schon verschlungen. Wenn das nicht für die Autorin spricht, dann weiß ich auch nicht ^^.

Aber zunächst einmal zur Handlung dieses finalen Bandes, wer die vorherigen Bücher noch nicht gelesen hat, sollte die folgenden Zeilen mit Vorsicht genießen, da sie mit Sicherheit ein Paar Spoiler enthalten werden.

Die Geschichte knüpft nahtlos an den vorherigen Band an. Juliette erwacht etwas orientierungslos neben Warner. Dieser hat gleich zwei schockierende Nachrichten für sie parat. Zum einen hat er ihr ganz offensichtlich das Leben gerettet und zum anderen hat sein Vater die komplette Rebellion zerschlagen, wobei all ihre Freunde ums Leben kamen. Letzteres erweist sich aber recht schnell als Fehlinformationen, zwar sind so gut wie alle Rebellen bei der Zerschlagung von Omega Point gestorben, jedoch haben es wie durch ein Wunder all ihre Freunde, sprich Adam, Kenji etc., geschafft den Soldaten zu entkommen. Statt nun an der großen Niederlage zu zerbrechen, wächst Juliette über sich hinaus und beschließt sich mit Warner zusammenzutun um zum finalen Schlagen gegen das Reetablishment auszuholen.

Als ich das Buch zum ersten mal in der Hand hielt, musste ich doch etwas stutzen, denn es hat ca. 30 Seiten weniger als der vorherige Band vorzuweisen. Ein durchaus seltenes Phänomen bei Buchreihen. Die geringere Seitenzahl wirkt sich in diesem Fall jedoch leider auf die Handlung aus. Diese ist zwar spannend, da es kaum Ruhephasen gibt. Aber dadurch macht alles einen sehr gehetzten Eindruck, mit teilweise auch unlogisch schnell herbeigeführten Konfliktlösungen. Wenn ich es ganz hart formulieren müsste, würde ich sagen die Autorin wollte einfach nur noch fertig werden, ohne großen Zeitaufwand.

Was das Buch trotzdem zu einem Lesegenuss macht sind die Charaktere. Warner war schon seit dem ersten Band eine fesselnde Persönlichkeit, die sich seinen Prinzipien immer treu blieb. Zum Glück ändert sich das auch im letzten Band nicht mehr. Viel zu oft habe ich erlebt, dass die angeblichen Bad Boys urplötzlich totale Softies werden, wenn die Dame ihres Herzens in greifbare Nähe rückt. Nicht so hier. Das Einzige, was sich an Warner ändert, ist der Blickwinkel seiner Mitmenschen. Denn viele seiner Taten werden in ein anderes Licht gerückt.

„Ich wünsche mir, dass du eine Liste von allem machst, was du liebst. Und sie soll meinen Namen enthalten.“ Juliette

Wer hingeben eine wahnsinnig starke Veränderung durchläuft, ist Adam. Zwar mochte ich ihn noch nie, war er mir doch immer zu selbstbezogen und besitzergreifend, aber in diesem Buch sollten auch die größten Fans ins straucheln geraten. Nachdem ihm Juliette mehr als deutlich sagt, dass ihre Beziehung beendet ist und es sowieso grade einfach wichtigere Dinge gibt, mutiert Adam zu einem Kleinkind das wild um sich schlägt, weil es seinen Willen nicht bekommt. Das er dabei nicht nur seinen besten Freund, sondern auch die Frau, die er angebliche so sehr liebt tief verletzt, scheint ihm total gleichgültig zu sein.

Wie sich schon in der grade erwähnten knallharten Ansage gegenüber Adam zeigt, hat auch Juliette einen großen Sprung hinsichtlich ihrer emotionalen Entwicklung gemacht. Dieser erschien mir allerdings etwas plötzlich und dadurch etwas unglaubwürdig. Bis zum Ende des 2. Bandes hat Juliette stark mit ihrem Mangel an Selbstvertrauen, sowie der Allgemeinen Akzeptanz ihrer Selbst zu kämpfen. Doch kaum steht sie vor den Trümmern ihres grade neu aufgebauten Lebens, trifft sie die Erkenntnis was für eine starke und selbstsicher Frau sie doch eigentlich ist. Auch ihre Kräfte scheinen urplötzlich mehr Geschenk als Fluch zu sein und der Umgang mit ihnen danke ein bisschen Übung auch ganz einfach zu sein. Natürlich ist es schön zu lesen, dass Juliette  endlich mit sich ins reine kommt, vor allen da ihre ewigen Selbstzweifel irgendwann schon ein bisschen nervig waren. Aber ein etwas fließenderer Übergang hätte der Logik sicherlich gut getan.

Eins der Dinge, weswegen die Bücher von Tahereh Mafi sich einer solchen Beliebtheit erfreuen, ist ihr ungewöhnlicher Schreibstil. Mal ist er poetisch, mal ist er abgehackt und mal ist er durchgestrichen. Grade letzteres konnte wie kein anderes Stilmittel Juliettes Unsicherheit und mentale Instabilität übermitteln. Da sie diese Phase ihres Leben im letzten Band nun überwunden zu haben scheint, ist es nur eine logische Konsequenz, dass keinerlei durchgestrichene Textphrasen mehr auftreten. Dies ist, wie ich finde, ein gut durchdachter Schritt der Autorin.

Fazit:

Zwar weißt die Handlung inhaltlich ein Paar Schwächen auf, aber dafür sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, sowie der Schreibstil wieder ein mal ein überragender Lesegenuss.

4 von 5

 

 

XOXO Puppette