Rezension: „Chroniken der Weltensucher: Die Stadt der Regenfresser“ von Thomas Thiemeyer

stadt der regenfresser

Titel: Chroniken der Weltensucher – Die Stadt der Regenfresser

Autor: Thomas Thiemeyer

Verlag: Goya Libre

Genre: Fantasy, Abenteuer

Länge: 164 Minuten

Preis: 14,99€

 

 

Rezension:

Nach dem mir Maria ewig damit in den Ohren lag, wie toll doch diese Buchreihe sei und ich dann auch noch entdeckte, dass die Hörbuchversion mit einem meiner Lieblingssprecher Dietmar Wunder ist. Da musste ich das Hörbuch einfach haben und wurde auch nicht enttäuscht, der Auftakt zu dieser Reihe strotzt nur so vor fantastischer Abenteuerlust.

Die Geschichte beginnt mit dem jungen Straßendieb Oskar, welcher bei einem Taschentrick von Carl Friedrich von Humboldt erwischt wird. Doch statt diesen der Polizei zu übergeben, bietet er ihm eine Job als sein neuer Assistent an. Ein Beruf der es in sich hat, denn Carl Friedrich von Humboldt ist ein Forscher und Entdecker, der absoluten Sonderklasse. Sein neustes Projekt wird ihn und seine Begleiter in die Höhen Südamerikas führen, mitten hinein in ein Abenteuer von unvorstellbarem Ausmaß.

Das Buch weißt ein großes Maß an Kreativität, seitens des Autors auf. Er erweckt eine Welt zum Leben, welche bis ins kleinste Detail durchdacht ist und voller origineller Ideen steckt. Es kommt zu einer Art steampunkmäßigen Darstellung vom Berlin des 19.Jh., sowie einer Vermischung von Wissenschaft und Fiktion.

Es gibt eine Vielzahl an auftretenden Charakteren, welche sich zu Beginn der Geschichte an völlig unterschiedlichen Ausgangspositionen befinden. Dabei ist noch unklar, wie sie letztlich zueinander stehen werden, beziehungsweise welche Rolle sie im Verlauf der Handlung spielen werden.
Dabei wechselt der Fokus immer wieder zwischen den einzelnen Gruppierungen, sodass der Leser nach und nach alle Erzählstränge miteinander verbinden kann und seine eigenen Vermutungen, zum weiteren Geschehen aufstellen kann. Nicht ohne sich dabei das ein oder andere Mal gehörig zu täuschen, da der Autor ein Talent besitzt den Leser in die Irre zu führen.
Grade durch diese unterschiedlichen Erzählperspektiven wird eine tolle Spannung erzeugt, sodass der Roman einem niemals langweilig erscheint.

Eine Person, welche mich besonders faszinieren konnte war, wie sollte es auch anders sein, die Gegenspielerin von Carl Friedrich und seinen Begleitern. Valkrys Stone ist eine Frau und Söldnerin, welche sich in einem männerdominierten Gewerbe behauptet. Dabei aber einen stetig wachsenden Hass auf ebendiese Männerwelt bekommt, welcher bald schon zu einer Art wahnhaften Verhaltens führt.

Auch die tierischen Mitspieler der Geschichte hatten es mir angetan. Wer möchte nicht gerne einen zahmen Kiwi (der Vogel nicht die Frucht 🙂 ) als Haustier haben? Wem ich dagegen wirklich nicht begegnen möchte, sind die Rieseninsekten, mit welchen es die Charaktere auf ihrer Reise immer wieder zu tun bekommen. Diese waren wirklich grandios umschrieben. Schon allein ihr Geruch, eine Mischung aus Knoblauch und Rose, ließ mir einen Schauer den Rücken runter laufen.

Wie schon zu Beginn erwähnt bin ich ein Fan von Dietmar Wunder, als Hörbuchsprecher. Grade in den Bücher von Ben Aaronvitch ( Peter Grant Reihe) hat er mir sehr gut gefallen. Ich mochte ihn auch in diesem Hörbuch sehr gerne. Nur muss ich sagen, dass er vielleicht eine Fehlbesetzung für diesen doch eher an die jüngeren gerichteten Abenteuerroman ist. Dietmar Wunder hat eine teilweise zynische und düstere Erzählweise, welche mir zumindest für jüngere Zuhörer etwas ungeeignet erschien.

Fazit:
„Chroniken der Weltensucher: Die Stadt der Regenfresser“ ist eine tolle Abenteuergeschichte für Jung und Alt, welche den Leser/Hörer in eine fantastische Welt voller unbekannter Lebensformen entführt.

4 von 5

 

 

XOXO Puppette

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Rezension: „Neela – Ins Jenseits“ von Maria Engels

Titel: Neela – Ineelans Jenseits

Autor: Maria Engels

Verlag: Self-Puplishing

Seiten: 200 Seiten

Preis: 2,99€ (E-Book)

Genre: Fantasy, Abenteuer

 
 
 

Klappentext:

Die Reise ins Jenseits beginnt!

Als Neela die Nachricht vom Tod ihres Mannes Pál erhält, lässt sie nichts unversucht, um ihn aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Mit Karte und Talisman begibt sie sich auf eine Reise durchs Niemandsland und darüber hinaus. Doch der Weg ist alles andere als leicht: Düstere Wälder und gewaltige Gebirge erschweren ihr Vorankommen. Die Harpyien und Riesenskorpione, die sie bisher für Schauergeschichten aus ihrer Kindheit gehalten hat, erweisen sich als überaus real und machen nun Jagd auf sie. Dabei handelt es sich bei diesen Ungeheuern nicht einmal um die größte Bedrohung, der sie sich entgegenstellen muss.

Rezension:

Maria Engels eine meiner Kommilitonen und Bloggerkollegen hat vor kurzen ihren ersten Roman veröffentlicht. Diesen habe ich natürlich gleich nach Erscheinen gelesen. Schließlich konnte ich den langen, lustigen und teilweise auch beschwerlichen Weg, der zur Entstehungen eines Buches wohl dazu gehört, live mitverfolgen.

Die Geschichte handelt von der jungen Gräfin Neela, welche unter tragischen Umständen ihren geliebte Ehemann verliert. Doch statt sich mit seinem Tod abzufinden, macht sie sich auf, ihn aus dem Reich der Toten zurück zu holen. Ein abenteuerliches Unterfangen, mit vielen Gefahren und unvorhersehbaren Wendungen.

„Sie war gerannt und gefallen, so oft gefallen.“

Der Roman legt ein sehr schnelles Erzähltempo vor, wobei der Leser mitten in das Geschehen hineingeworfen wird. Dabei klären sich viele Fragen, hinsichtlich des Handlungsorts und der einzelnen Beziehungen der Charaktere zueinander, erst im Verlauf der Geschehnisse. Ich mag solche Arten von Erzählungen sehr gerne. Der Leser wird nicht gleich zu Beginn mit einer schirr endlosen Menge an Informationen überhäuft, sondern kann sich schrittweise an die Geschichte heran tasten. Dies ist natürlich auch immer mit einem vorläufigen Rätselraten verbunden, was das Lesen noch um einiges spannender gestaltet.

Apropos Spannung, davon hat der Roman eine ganze Menge zu bieten. Immer dann, wenn man sich grade in Sicherheit wiegt und denkt Neela hätte nun endlich das Schlimmste überstanden, kommt meist sofort die nächste kaum zuerfüllende Aufgabe, welcher sich die Protagonistin stellen muss.

Die Autorin legt dabei ein hohes Maß an Kreativität an den Tag. Man kennt das ja, als Vielleser hat man irgendwann schon von so ziemlich jedem Fantasiewesen gelesen. Nicht so hier. Da gibt es Wolkenkrieger in fliegenden Schiffen, den Wahnsinn in Persona und nicht zu vergessen Riesenskorpione als Reittiere.

Grade Letztere haben es mir besonders angetan. Beziehungsweise ein ganz bestimmter Skorpion: Karan. Er begleitet Neela eine ganzes Stück ihrer Reise. Dabei lässt er immer wieder wundervoll bissige Kommentare fallen, sodass man ihn einfach ins Herz schließen muss.

Auch den Anführer der Skorpionreiter: Sarrazek mochte ich ungemein gerne. Ich bin ja ein Liebhaber von bösen Charakteren. Grade Sarrazek ist ein so undurchschaubarer und gespaltener Mensch, dass ich seinem Handlungsstrang nur zu gerne verfolgt habe.

An dieser Stelle muss ich jedoch auch eine Kritik an den Roman anbringen. Die Autorin hat ohne Zweifel ein Talent bei der Beschreibung von fantastischen Orten. Allerdings ist eine gewisse Schwäche bei der Ausformung von Figuren zu vermerken. Mir war es dadurch nicht immer möglich die Beweggründe der einzelnen Personen nachzuvollziehen. Besonders die Beziehung zwischen Neela und ihrem Ehemann war für mich nur schwer greifbar.

Dafür hat mir der Schreibstil an sich wieder sehr gut gefallen. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und ist dabei mit sowohl humorvollen, als auch melancholisch angehauchten Sätzen ausgeschmückt.

„Sie verlor sich in Betrachtungen, atmete das Leben dieser eigentlich toten Welt.“

 
Fazit:

Mit ihrem Debüt-Roman ist der Autorin eine wundervoller Abenteuerroman gelungen, welcher seine Leser in die tiefen des Totenreichs und gleichzeitig in die Höhen des Himmels entführt.

All jenen, die offen für Indi-Romane, jenseits des Mainstreams sind, sei dieses Buch zu empfehlen.

3 von 5

 

 

 

XOXO Puppette