Buchtipp: „Nero Corleone“ und „Nero Corleone kehrt zurück“ von Elke Heidenreich

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Titel: Nero Corleone

Autor: Elke Heidenreich

Verlag: Hanser

Genre: Belletristik, Tiergeschichte

Seiten: 87 Seiten

Preis: 13,90 € (Hardcover)

 
 

Klappentext:

»Nero« nennen sie den kleinen Kater auf dem italienischen Bauernhof, weil er ganz schwarz ist, nur mit einer weißen Vorderpfote. Nero fürchtet sich vor nichts und niemand, nicht einmal vor Robert und Isolde, dem deutschen Ehepaar, das in den Ferien das Häuschen auf dem Hügel bewohnt. Und weil er meint, das Zeug zu einem Chef zu haben, beschließt er, den Hof zu verlassen, um mit den beiden nach Köln am Rhein zu gehen. Dort tobt das wahre Leben! Quint Buchholz hat diese Katzengeschichte mit wunderbaren farbigen Bildern versehen.


nero 2Titel: Nero Corleone kehrt zurück

Autor: Elke Heidenreich

Verlag: Hanser

Genre: Belletristik, Tiergeschichte

Seiten: 80 Seiten

Preis: 13,90 € (Hardcover)

 
 
 

Klappentext:

Isoldes Sehnsucht nach ihrem einzigartigen Kater Nero lässt sie nicht zur Ruhe kommen, seit sie ihn damals in Italien zurücklassen musste. Kurzentschlossen fährt sie wieder in das kleine Dorf und hält Ausschau nach dem geliebten Kater. Doch zunächst ist nichts von ihm zu sehen. Aber Katzen sind eben unberechenbar, und so wartet Isolde auf ihren Liebling. Trost spendet ihr einzig die Katzendame Elsa, die sich selbstbewusst auf dem Sofaplatz Neros breitmacht. Und kaum ist eine neue Katze aufgetaucht, zeigt sich auch Nero Corleone wieder. Doch in Isoldes Herz ist genug Liebe da, auch für zwei! Elke Heidenreich erzählt von der Rückkehr des wohl berühmtesten Katers, seit es Katzengeschichten gibt.


Kurzmeinung:

Zu Weihnachten habe ich diese beiden Buchschätze geschenkt bekommen und war restlos begeistert von ihnen. Deswegen werde ich sie euch heute einmal vorstellen, vielleicht ist der Eine oder Andere von euch ja grade auf der Suche nach einem schönen Geschenk, dafür eignen sie sich nämlich hervorragend.

Es handelt sich eher um Kurgeschichten, als um tatsächliche Romane. Jedoch sind beide mit sehr passenden, die Stimmung der Geschichte wiederspiegelnden Illustrationen, von Quint Buchholz ausgestattet. Wodurch die Bücher schon rein äußerlich eine Freude für das Leserherz sind.

Die Geschichte spielt teilweise in Italien und teilweise in Deutschland. Der eigentliche Protagonist ist der Kater Nero Corleone, welcher mit allen Wassern gewaschen zu sein scheint und schon als kleiner Junge den ganzen italienischen Hof unter seiner Fuchtel hat. Er schreckt vor keinem Abenteuer zurück und als das deutsche Ehepaar Robert und Isolde Urlaub in der Gegend machen, wittert er seine Chance. Schon nach kürzester Zeit hat er auch diese um die Pfote gewickelt und schafft es so, dass sich er und seine etwas tapsige Schwester dauerhaft bei dem Ehepaar einquartieren können. Damit beginnt die große Reise nach Deutschland, um auch dort allen Katzen der Umgebung schnell klar zu machen: Es kann nur einen Chef geben und sein Name ist Nero Corleone.

Elke Heidenreich hat einen ganz wundervollen Erzählstil, welcher ein wahrer Genuss ist. Sie bedient sich einer Vielzahl an Allegorien und das verpackt sie in kurzen und prägnanten Sätzen, sodass die Geschichte schon allein auf der künstlerischen Ebene ein Meisterwerk ist. Zudem hat sie ein großes Talent die Gedanken des Katers so in die Handlung einzuflechten, dass deren Kontrast zu denen der Menschen, insbesondere Isolde, auf humoristischste Art zum Tragen kommt.

Zwar sind die beiden Bücher eher für ein etwas älteres Publikum geschrieben, jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie sich, grade wegen den vielen tollen Illustrationen, auch sehr gut zum Vorlesen für ein etwas jüngeres Publikum eignen. Auch muss man nicht unbedingt ein Katzenliebhaber sein, um den Kater Nero Corleone in sein Herz schließen zu können. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass viele zum Katzenfreund werden können durch diese Geschichten. Nero Corleone schafft es einfach jeden zu verzaubern.

5 von 5

 

 

 

XOXO Puppette

Rezension: „Bloodlines: Die goldene Lilie“ von Richelle Mead

bloodlines #2

Titel: Bloodlines: Die goldene Lilie #2

Autor: Richelle Mead

Verlag: LYX

Genre: Fantasy, Jugendroman

Seiten: 416 Seiten

Preis: 12,99€ (Taschenbuch)

 

 

Rezension:

Ich war ja schon restlos begeistern von Richelle Meads „Vampire Academy“-Reihe. Aber von Buch zu Buch muss ich sagen, dass es der Autorin gelungen ist sich mit ihrer „Bloodlines“-Reihe noch einmal zusteigern. Ich habe den 2.Band verschlungen und die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur genossen.

Die Geschichte schließt nahtlos an die Ereignisse des vorherigen Bandes an. Sydney wird von den Alchimisten wieder als ein hoch talentiertes Mitglied anerkannt. Sie selbst leidet aber immer mehr unter einem Gewissenskonflikt, dass sie die Vampire, mit welchen sie tagtäglich zu tun hat, weit weniger hassenswert findet, als dass es ihre Erziehung von ihr verlangt. Während sie noch mit ihren Gefühlen ringt, stehen weit größere Probleme vor der Tür. Eine Gruppe von extremistischen Vampirjägern hat es sich zur Aufgabe gemacht ihre Freunde zu töten und es ist allein Sydneys Aufgabe dies zu verhindern. Schlecht wenn einen die glühenden Blicke des attraktiven Moroi Adrian ständig so aus dem Konzept bringen.

Ich finde es unglaublich faszinierend, wie es der Autorin gelungen ist in dieser Buchreihe so sehr die Perspektive auf die Dinge zu verändern, als es in der vorherigen „Vampire Academy“-Reihe der Fall war. So ist es nun schon etwas gewöhnungsbedürftig sich an Sydneys ständig aufkommende Abneigung gegen alles magische und Blut zu gewöhnen, war es doch bei „Vampire Academy“ das selbstverständlichste auf der Welt.

Im weitern fand ich den Spannungsaufbau dieses Buches sehr gelungen, denn weder Leser noch Protagonisten wussten lange Zeit, wo genau die entstehenden Probleme und Gefahren liegen bzw. ihren Ursprung haben. Aber die Unstimmigkeiten werden sehr wohl heraus kristallisiert und können nur noch nicht entschlüsselt werden. Dadurch entsteht natürlich eine starke Sogwirkung und man kann den Roman kaum aus der Hand legen, dann man auf die erlösende Erklärung wartet.

Die wirkliche Begeisterung für diesen Roman kommt jedoch allein durch die tollen Charaktere und deren zwischenmenschliche Interaktionen.

Sydney ist eine sehr gut ausgeformte Protagonistin, welche durch das Gleichgewicht an Schwächen und Stärken, die sie aufweist, für den Leser sehr gut fassbar gemacht wurde. So ist es unwahrscheinlich witzig zu lesen, dass sie zwar total klug ist, aber die alltägliche Kommunikation sie so aus dem Konzept werfen kann, da sie diese immer etwas zu wörtlich nimmt. Auch entwickelt sich Sydney im Verlauf des Buches stringent weiter. Sie hat stark mit ihrer immer stärker werdenden Sympathie für ihre „Mitmenschen“ zu kämpfen. Sie ist in dem Glauben aufgewachsen, dass Moroi und Dhampire das Böse in der Welt personifizieren und muss jetzt feststellen, dass die Welt eben nicht nur Weiß und Schwarz zu sein scheint. Manchmal sind es die die man hassen sollte, die die man am meisten lieben wird.

„Mehr und mehr wurde ich daran erinnert, dass Menschen genauso wie Vampire zu Bösem fähig waren – und Vampire zu Gutem.“ S. 265 Sydney

Das große Highlight dieser Buchreihe ist natürlich Adrian. Schon bei „Vampire Academy“ war er ein riesiger Sympathieträger, um so schöner ist es nun, dass seine Rolle immer mehr Platz einnimmt. Wie immer schafft er es jede Situation durch einen total unpassenden lockern Spruch aufzuwerten. Aber er besitzt auch eine Tiefgründigkeit und Verletzlichkeit, die jedes Frauenherz zum schmelzen bringen kann. Dies Spannung, welche sich zwischen Adrian und Sydney zu entwickeln beginnt, ist beinah greifbar und steigert sich von Seite zu Seite ins unerträgliche. Sehr witzig ist dabei, dass sich Adrians Blickwinkel auf Sydney über das Band auf Jill zu übertragen scheint, was zu einer Menge etwas verstörender Gespräche führt.

In diesem Buch werden auch neue Charaktere eingeführt mit denen ich aber zunächst ein paar Probleme hatte. Da wäre zunächst einmal Angeline, welche sich irgendwie nicht so recht in die Gruppendynamik einfügt und lange Zeit ein bisschen nervig daherkommt. Sie entwickelt sich aber auch stetig weiter und wird einem dadurch letztlich doch noch sympathisch.

Dann wäre da noch Braydon, ein Mensch mit welchem Sydney anfängt sich zu treffen. Er ist einem irgendwie von Anfang an suspekt und seine Rolle für das Buch bleibt dabei im Dunkeln. Jedoch ist der Running-Gag, dass sich keiner von Sydneys Freunden seinen Namen merken kann wirklich amüsant.

Zum Schreibstil lässt sich sagen, dass er wie immer leicht und locker daher kommt. Das Buch lässt sich sehr schnell lesen und es gibt keinerlei Stellen, wo der Lesefluss durch etwaige Formulierungen ins Stocken gerät. Die Handlung wird ausschließlich aus der Perspektive von Sydney erzählt, dadurch erhält der Leser zwar eine einseitige Sicht auf das Geschehen, aber es wird auch die Spannung gesteigert, da so vieles zunächst im Dunklen bleibt.

Fazit:

Der Roman konnte restlos begeistern und lebt durch seine absolut genialen Charaktere, deren Entwicklung jeden mitfiebern lässt.

5 von 5

 

 

 

XOXO Puppette

Rezension: „Die Verschworenen“ von Ursula Poznanski

die VerschworenenTitel: Die Verschworenen

Autor: Ursula Poznanski

Verlag: Loewe

Genre: Dystopie, Young Adult

Seiten: 464 Seiten

Preis: 18,95€ (Hardcover)

 

 

Rezension:

Nachdem mich der erste Teil dieser dystopischen Trilogie recht gut fesseln konnte, habe ich nun endlich die Zeit und Muse gefunden, auch den zweiten Teil zu lesen. Leider verhielt es sich mit ihm so, wie es bei mir häufiger der Fall ist, dass er mich nicht so begeistern konnte wie der erste Band, sondern mehr wie eine „Übergangsroman“ erschien, aber dazu später mehr.

Ria und ihre Begleiter befinden sich immer noch im Schutze der Schwarzdornen und verbringen fast ihre gesamte Zeit im verborgenen der geheimen Katakomben unter deren Territorium. Während Rias Freund Aureljo fieberhaft an einem Plan zur Infiltration der nächst gelegenen Sphäre feilt, kommen ihr immer mehr Zweifel, ob sie überhaupt wieder ein Leben unter den „Lieblingen“ führen möchte. Noch schwerer wird ihre Entscheidung durch die aufkeimenden Gefühle für den jungen Sandor, welcher auch immer mehr Interesse an ihr zu haben scheint.

Zunächst sei zu vermerken, dass es mir etwas schwer viel wieder in die Geschichte hinein zufinden. Denn diese ist schon sehr komplex aufgebaut und man verliert schnell den Überblick über all die verschiedenen Begrifflichkeit und Zusammenhänge, zumindest wenn man die Bücher nicht innerhalb eines kurzen Zeitraum hintereinander liest. Aber nach ca. 50 Seiten kam die Erinnerung an vorher gelesenes wieder und ich konnte mich voll ends auf das Geschehen einlassen.

Dabei wird im Verlauf der Geschichte zwar stetig eine gewisse Spannung aufgebaut, jedoch wirklich nur zu einem geringen Maße. Der Hauptbestandteil dieses Bandes bestand in Planung und Recherche, was nun mal nicht als eine fesselnde Tätigkeit zuverbuchen ist, zumindest nicht über 400 Seiten lang. Im weiteren fand ich den Handlungsverlauf teilweise auch nicht besonders gradlinig, was wohl mit der Denkweise der Protagonistin Ria zusammenhing, aber als Leser wusste man einfach viel zu oft nicht worauf die Geschichte auch nur ansatzweise hinauswill.

Ein weiterer Kritikpunkt, welcher im Zusammenhang mit dieser Sprunghaftigkeit liegen mag, sind die auftretenden Nebenfiguren, welche in manchen Situationen, aus dem Nichts wieder aufzutauchen scheinen und plötzlich eine unheimlich wichtige Rolle für die weiteren Entwicklungen einnehmen. Nur um dann so schnell wie sie in den Blickpunkt gerieten auch schon wieder zu verschwinden. Ich hatte schon allein ein Problem damit erst einmal wieder zu erfassen, in welchem Zusammenhang die jeweiligen Personen zuvor auftraten, geschweige denn zuverstehen warum sie nun auf ein mal eine solche Priorität haben. An dieser Stelle hätte die Autorin ruhig noch einmal einen Bogen zu Vorangegangem schlagen können, um dem Leser eine Einordnung der jeweiligen Figur zu erleichtern.

Anfangs konnte ich mich sehr gut in die Denkmuster von Ria hineinversetzen. Man merkt ihre Schulung hinsichtlich der menschlichen Kommunikation. Jedes kleine Detail einer Mimik oder Stimmmodulation wird von ihr analysiert und entsprechend darauf reagiert. Auch die damit einhergehende Angst und Hilflosigkeit, wenn sie Dinge mit diesen ihr gegebene Möglichkeiten nicht lösen oder entschlüsseln kann, waren sehr gut nachvollziehbar. Und als Liebhaber von Literatur konnte ich mich mit ihr und ihrer Liebe zum geschriebene Wort um so besser identifizieren.

„Verlorene Bücher sind verlorenes Wissen, verlorene Geschichte, verlorene Gedanken.“ S.28 Ria

Jedoch macht Ria im Verlauf des Buches eine Entwicklung durch, mit welcher ich sehr starke Probleme hatte. So scheinen ihre Gefühle für Sandor aus dem Nichts zukommen und die Gefühle für Aureljo ebenso so schnell verebbt zu sein. Auch hat sie keine großen Probleme damit ihre entstehende Beziehung zu Sandor vorerst vor Aureljo geheim zuhalten, sondern verweilt lieber weiter zwischen den Stühlen und lässt alles ein bisschen vor sich hin dümpeln. Dabei wechselt sie auch ständig ihre Prioritäten hinsichtlich des Ziels auf das sie hinarbeiten. Die Folge sind 180 Grad Drehungen, welche all die vorherigen Taten über Bord werfen und sich voller Elan anderen Zielen widmen, diese sind nicht selten auch noch vollkommen konträr.

Aber zumindest war es möglich Rias Charakter teilweise zuerfassen, wo hingegen Sandor dem Leser eigentlich recht fremd bleibt. So ist nicht klar warum er sich plötzlich so stark für Ria zu interessieren scheint und generell bleiben seine Gedankenwege dem Leser doch recht verborgen.

Ein großer Pluspunkt des Buches ist aber der Schreibstil der Autorin. Dieser ist zum Einen sehr einfach, flüssig und angenehm zu lesen und zum Anderen jedoch auch so komplex, dass eine detaillierte Beschreibung der Handlungsorte in die Geschichte verwoben wurde. Sodass man sich gut in der Geschehnisse hineinversetzten konnte.

Fazit:

Der zweite Band dieser Trilogie dient wohl eher der Vorbereitung auf das große Finale des abschließenden dritten Bandes, denn mit viel Entwicklung kann er nicht aufwarten. Das Buch lässt sich dennoch gut lesen und weckt doch Lust auf eine finale Auflösung, der aufkommenden Problematiken.

3 von 5

 

 

 

 

 

XOXO Puppette

Rezension: „City of Lost Souls“ von Cassandra Clare

City of lost souls

Titel: City of Lost Souls

Autor: Cassandra Clare

Verlag: Margaret K. McElderry Books

Genre: Urban Fantasy, Young Adult

Seiten: 560 Seiten

Preis: 10,50€ (Taschenbuch)

 

 

Klappentext:

What price is too high to pay, even for love? When Jace and Clary meet again, Clary is horrified to discover that the demon Lilith’s magic has bound her beloved Jace together with her evil brother Sebastian, and that Jace has become a servant of evil. The Clave is out to destroy Sebastian, but there is no way to harm one boy without destroying the other. As Alec, Magnus, Simon, and Isabelle wheedle and bargain with Seelies, demons, and the merciless Iron Sisters to try to save Jace, Clary plays a dangerous game of her own. The price of losing is not just her own life, but Jace’s soul. She’s willing to do anything for Jace, but can she still trust him? Or is he truly lost?

Rezension:

Achtung hier bei handelt es sich um die Rezension zum 5. Band der Reihe, Spoiler sind durchaus denkbar!!!

Die Handlung setzt etwas nach den Ereignissen des letzten Buches ein. Nach dem sowohl Sebastian, als auch Jace spurlos verschwunden sind, befinden sich die Schattenjäger in höchster Alarmbereitschaft. Als jedoch auch nach längerem Suchen keine großen Erfolge zu verbuchen sind, setzt der Rat die Priorität, vor allen was das finden von Jace betrifft, rapide nach unten. Das will und kann Clary nicht akzeptieren und beginnt, mit Hilfe ihrer Freunde, auf eigene Faust nach Jace und ihrem verhassten Bruder zu suchen. Doch schon nach kurzer Zeit muss sie feststellen, dass die Verbindung zwischen Jace und Sebastian sich auf drastische Art geändert zu haben scheint und sie im Begriff ist die Liebe ihres Lebens für immer zu verlieren.

Ich muss gestehen, dass ich mit dem Handlungsverlauf an sich massive Probleme hatte. Denn dieser zieht sich wirklich unglaublich in die Länge. Es kommt zu ewigen Planungsgesprächen, wie man die entstandene Verbinnung zwischen Jace und Sebastian nun wieder trennen kann. Aber eine tatsächliche Handlung gibt es eigentlich nicht. Der zweite Fokus dieses Romans scheint auch eher auf den einzelnen Beziehungen der Mitwirkenden zu liegen. So wird eigentlich jede im Verlauf der Bücher entstandene Liebesbeziehung thematisiert und analysiert. So kommt es selbst in den wenigen rasanteren Szenen zu sehr unpassenden Unterhaltungen über den aktuellen Beziehungsstatus. Ich hatte das Gefühl, dass es in diesem Roman generell eher darum geht die Zwischenmenschlichen Verbindungen weiter auszubauen, als eine Entwicklung hinsichtlich der Rahmenhandlung zu verwirklichen. Selbst der große Endkampf, wobei es immerhin über 50 Seiten zu einem Spannungsanstieg kam, war letztlich nicht allzu zukunftsverweisend und es lässt sich vermuten, dass die komplette Feindschaft zwischen Sebastian und den Schattenjäger sich erst im letzten Band entladen wird.

Der Grund warum ich den Roman trotzdem nicht einfach in die Ecke gepfeffert habe, waren die doch zumindest teilweise recht emotional und deswegen auch spannende gestalteten Beziehungsverläufe der Protagonisten. Besonders dadurch , dass die Geschehnisse aus verschiednen Perspektiven erzählt wurden, ermöglichte es dem Leser tiefe Einblicke in eben diese zu erlangen. Grade die Szenen zwischen Alec und Magnus fand ich sehr unterhaltsam und interessant. In den bisherigen Büchern hat man einfach noch nicht sehr viel über den Alltag und Umgangston ihrer Beziehung erfahren. Genauso wenig wurde sich bisher mit der Problematik von Magnus Unsterblichkeit beschäftig. Eine Handlungsebene, welche nun aber stark ins Blickfeld gerät.

Ebenfalls toll inszeniert wurde die Beziehung zwischen Simon und Isabel, vor allen dadurch, dass ihre Charaktere so vollkommen unterschiedlich sind, entsteht eine schöne Dynamik in ihren Gesprächen und daraus resultierenden Handlungen.

Was die Figuren an sich betrifft konnte Magnus, neben Jace, diesmal sehr glänzen. Er hat eine Art an die Dinge ran zu gehen wie kein Anderer. Es ist besonders faszinierend  zu beobachten, wie unterschiedlich er sich doch in verschiednen Gesellschaften verhält. So lässt er seine stets etwas überdrehte und humoristische Art eigentlich nur im Zusammensein mit Alec fallen, wobei er viel ruhiger und verletzlicher wirkt. Schön war auch der eingebaute Runnig-Gag, dass Magnus Simon grundsätzlich nie mit dessen korrektem Namen an zu sprechen scheint.

Jace war natürlich mit seinen ewigen sarkastischen Sprüchen und gelungen Wortspielen, wieder für viele Lacher zu haben. Aber auch im Gesamtpaket konnte seine Rolle wieder überzeugen. Denn sein Charakter verändert sich nun einmal sehr, jetzt wo er so eine spezielle Verbindung zu Sebastian hat. Das wurde von der Autorin überzeugen umgesetzt und war traurig und beängstigen zu gleichen.

„How could he be Jace ans not-Jace, all at once? How could you be heartbroken and happy at the same time?“ S.221 Clary

Einer der Gründe warum ich die Bücher von Cassandra Clare lieber in englisch lese, ist das so ihr genialer Schreibstil einfach besser zur Geltung kommt. Sie hat ein großes Talent dafür mit atmosphärischen Beschreibungen den Bücher noch mehr Leben einzuhauchen. Dazu kommen dann noch die perfekt inszenierten Dialogen, welche einem mit einer unglaublichen Wortgewandheit präsentiert werde. Dadurch ist ein Roman der Autorin natürlich nicht im einfachsten englisch verfasst, dafür sind die Sätze viel zu komplex, aber wer sich englische Bücher in einem gehobeneren Schwierigkeitsgrad zu traut, sollte auf jeden Fall zu den Originalausgaben greifen.

Fazit:

Der Roman bietet viele emotionale Momente, aber auch viele Situationswitz. Mit einem spannenden Handlungsverlauf kann er allerdings nicht punkten. Man sollten diesen Teil der Buchreihe eher als ein Art „Vorbereitungsroman“ in Hinblick auf das große Finale verstehen.

3 von 5

 

 

 

XOXO Puppette

Rezension: „Jake Djones und die Hüter der Zeit“ von Damian Dibben

Jake Djones #1

Titel: Jake Djones und die Hüter der Zeit

Autor: Damian Dibben

Verlag: cbt

Genre: Jugendroman, Zeitreiseroman

Seiten: 368 Seiten

Preis: 12,99€ (Taschenbuch)

 
 

Klappentext:

Jake Djones! Kann er die Vergangenheit retten, damit die Welt eine Zukunft hat?

Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben – bis ihn eines Tages die Geschichtshüter anheuern. Die Agenten dieses Bundes eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander will die Vergangenheit manipulieren und der Welt damit für alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein von ihrer Entschlossenheit ab – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft …

Rezension:

Jake hat bis jetzt ein relativ normales Leben geführt, mit relativ normalen Eltern. Zugegeben diese sind wohl etwas chaotisch und in letzter Zeit auf vielen Sanitärartikel – Messen unterwegs, aber insgesamt verlief doch alles in recht ruhigen Bahnen. Bis zu dem Tag als Jake erfahren muss, das seine Eltern vermisst werden und zwar in der Zeit selbst. Sie gehören nämlich zu den geheimen Hütern der Zeit, welche eben diese vor den bösen Machenschaften von Prinz Zeldt und seinen Handlangern beschützen. Es stellt sich heraus, dass auch Jake die Gabe besitzt durch die Zeit reisen zu können. So schließt er sich den Hütern an, bei der Suche nach seinen verschollenen Eltern. Dabei verschlägt es ihn und seine neuen Kollegen ins Venedig des 16. Jahrhundert. Und schon bald lauern überall Gefahren, letztlich sieht sich Jake Prinz Zeldt höchstpersönlich gegenüber.

Die Geschichte hat einen sehr plötzlichen Anfang, welcher die Handlung rasant voran treibt. Der Leser hat gar nicht richtig die Möglichkeit sich an die Figuren und die Handlung an sich zu gewöhnen bzw. diese erst mal kennen zu lernen. Nein, alles geht schnell und schneller voran, viele wichtige Entwicklungen werden nur so aneinander gereiht ohne jegliche Verschnaufpause.

Dabei kommt es auch zu kleineren Logikfehlern. So heißt es zum Beispiel erst, die Geschichte sei lebendig und nichts endgültig und nur um ein paar Seiten weiter dann plötzlich, die Vergangenheit lässt sich nicht ändern.

Aber nach diesem etwas zu rasanten Einstieg in die Handlung, wird die Geschichte zu Glück etwas ruhiger. Das soll nicht heißen, dass es langweilig wurde oder es keinen Action mehr gab, ganz im Gegenteil sogar. Jedoch wirkt alles nicht mehr so zu einem einzigen lauten Knall zusammen gerafft und die einzelnen Charaktere werden nun auch viel besser ausgearbeitet.

Ich würde nicht sagen, dass Jake der alleinige Protagonist des Buches ist, vielmehr sind alle Gruppenmitglieder, welche sich auf die Suche nach Jakes Eltern begeben Protagonisten. Sie sind durch die Bank weg sehr verschieden, aber auch richtige Typen, welche im Gedächtnis bleiben.

Jake ist ein sehr mutiger und einfallsreicher Junge, welcher sich erst mit dieser neuen Situation, des Zeitreisens, arrangieren muss. Aber er entwickelt sich auch im Verlauf der Handlung immer weiter und wird zu einem richtigen Abenteurer.

„Jake Djones ist der Phönix, neben dem alle anderen Agenten der Geschichtshüter verblassen wie harmlose Fünkchen, und er wird kommen, um euch zu holen.“ S.170 Nathan

Apropos Abenteurer Nathan ist wohl das absolute Paradebeispiel für diese Spezies. Er wirkt vom ersten Momentan wie ein klassischer, arroganter, selbstverliebter Abenteuer und als Leser hat mein gar keine andere Wahl, als ihn zu lieben 🙂 . Besonders seine sehr witzigen Sprüche und seine vollkommene Überzeugen von sich selbst haben es mir einfach angetan.

Dem Gegenüber steht dann Charlie, der wohl ruhigste Charakter aus der bunt gemischten Gruppe. Mit seinem Papagei den er stets bei sich hält, seinen Hang zum Besserwisserischem und Perfektionismus, wirkt er immer wie ein kauziger etwas verrückter Professor.

Viele der Figuren haben sehr stereotypische Charaktereigenschaften, sind deswegen aber nicht weniger sympathisch, ganz im Gegenteil sogar. Dadurch das sie alle etwas sehr markantes an sich haben, bleiben sie auch sehr lange im Gedächtnis. Grade die Gesamte Familie Zeldt, welche auf eine solch schaurig schöne Weise das absolut Böse verkörpert, lässt einen so schnell nicht mehr los.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, dadurch ergibt sich die Möglichkeit mehrere Handlungsstränge parallel zu erzählen. Das Buch wird so noch spannender und komplexer. Besonders gut gefallen hat mir die Weiterverfolgung der Handlung im Hauptquartier der Hüter, während der Abwesenheit der Gruppenmitglieder.

Der Erzählstil ist an sich sehr einfach gehalten, es gibt keine komplexen Sätze und verschnörkelte Umschreibungen. Aber dennoch sind viele Szenen filmreif dargestellt. Dies in Kombination mit einer actiongeladenen Handlung voller Humor sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahin fliegen.

„Zeitreisen sind etwas Magisches, aber sie haben auch etwas zutiefst verstörendes.“ S.345 Galliana Goethe

Fazit:

Das Buch bieten einen tollen Lesegenuss, mit viel Action und Spannung. Das alles wird mit einem Humor voller Situationskomik aufgelockert und sorgt dafür, dass einen die Geschichte nicht so schnell wieder loszulassen vermag.

4 von 5

 

 

 

XOXO Puppette

Rezension: „Collide – Unwiderstehlich“ von Gail McHugh

collide

Titel: Collide – Unwiderstehlich

Autor: Gail McHugh

Verlag: Piper

Genre: New Adulte

Seiten: 464 Seiten

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

 

 

Klappentext:

Nach dem College zieht Emily Cooper endlich zu ihrer großen Liebe Dillon nach New York. Doch dann schlägt Gavin Blake eines Tages wie aus heiterem Himmel in ihr Leben ein. Emily versucht, die knisternde Spannung zwischen ihr und dem verführerischen, millionenschweren Playboy zu ignorieren, aber Gavin hat nicht vor, sie einfach so gehen zu lassen. Nicht nur, weil sie etwas Eigenartiges mit seinem Herz anstellt, sondern auch, weil Dillon nicht der ist, für den Emily ihn hält …

Rezension:

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Lasst ihr es heute richtig krachen oder eher etwas ruhiger angehen so wie ich?

Passend zum Jahresabschluss präsentiere ich euch eins meiner Lesehighlights im Dezember.

Ich habe ziemlich lange für dieses Buch gebraucht, obwohl es mit 450 Seiten eher eine durchschnittliche Länge hat und ich zudem momentan viel Freizeit habe. Der Grund für das lange Lesen war nicht etwa, dass mir die Geschichte nicht gefallen hat oder gar langweilig war. Nein, vielmehr war sie ab einen gewissen Punkt so nervenaufreibend, dass ich mich nicht mehr getraut habe weiter zu lesen, weil ich das Gefühl hatte, die Handlung könne nur in einer großen Katastrophe enden. Kennt ihr solche Bücher, wo einen die Geschichte so mitnimmt, dass man angst vorm weiterlesen hat?

Emily zieht, nach dem Tod ihrer krebskranken Mutter, zu ihrem Freund nach New York. Sie ist sich sicher, dass sie mit Dillon das große Los gezogen hat und er die Liebe ihres Lebens ist. Doch dann begegnet sie Gavin und auf einmal steht ihr Leben Kopf. Gavin ist ein reicher, charmanter Bad Boy, welcher eine unheimliche Anziehungskraft auf sie aus zu wirken scheint. Auch er ist, wie vom Blitz getroffen, als er Emily das erste mal erblickt. Doch hat ihre Liebe ein Chance oder wird Emily sich und die beiden Männer in ihrem Leben in einen Strudel aus Verrat und Schmerz reißen?

Ein Detail, welches mir gleich zu Beginn ins Auge stieß, waren die sehr flüssigen und natürlich wirkenden Dialoge. Generell empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm, denn die Beschreibungen der einzelnen Personen, sowie der Handlungsorte, waren schön anschaulich und mit einem vielseitigen Wortschatz bestückt. Keine Spur von sich ständig wiederholenden Textphrasen, die ich leider viel zu oft im Genre New Adulte erlebe.

Die Erzählperspektive wechselt sehr schnell zwischen Emily und Gavin hin und her. Dies ist aber keines Wegs irritierend, bzw. führt nicht zu Verwirrungen. Sonder ist aus einem mir schleierhaften Grund stets schlüssig und das obwohl diese Wechsel fast nie angezeigt werden.

Emily ist zu Beginn der Geschichte eine starke Frau, welche sich nicht alles gefallen lässt und weder naiv noch unbedarft durchs Leben zu schreiten scheint. Zudem hat sie eine nette, wenn auch etwas freche Art, mit welcher sie den Leser sofort für sich einzunehmen weiß. Diese Charaktereigenschaften machen aber eine starke negative Entwicklung im Verlauf der Geschehnisse durch. So verteidigt Emily anfangs noch ihre Unabhängigkeit gegenüber ihres dominanten Freundes Dillon. Doch nach und nach erhält dieser immer mehr Macht über sie. So das sie anfängt sich die Schuld für seine Ausfälle zu geben und ein immer stärker werdendes devotes Verhalten an den Tag legt. Dies Veränderung ist sehr beängstigend und dennoch schlüssig dargestellt.

Gavin ist eine unglaublich starke Persönlichkeit den so schnell nichts aus der Bahn zu werfen scheint. Zudem hat er wohl eine sehr wilde Vergangenheit und die Frauen liegen ihm allesamt zu Füßen. Eine Tatsache, welche er bisher auch gnadenlos auszunutzen schien. Um so faszinierender ist es zu beobachten, wie sich ein solcher Mann verändert, wenn er sich auf den ersten Blick in eine Frau verliebt und nicht mehr von ihr los kommt. Gavin geht vollkommen in seiner Liebe zu Emily auf ohne sie dabei zu bedrängen. Für ihn steht an erster Stelle stets ihr Glück und nicht das Seinige. Was ihn so aussergewöhnlich für dieses Genre macht ist, dass er nicht zu den üblichen Machoanwandlungen neigt, sprich ständig irgendwelche Ausrasten kriegt und sich daran erfreut wenn seine Herzallerliebste doch ach so naiv und unschuldig ist. Eine Eigenschaft, welche Emily zudem gar nicht aufweist.

„Ich wurde für dich gemacht. Jeder Teil von mir! Und deine Lippen wurden dazu erschaffen, meine zu küssen, deine Augen dazu, mich jeden Morgen anzusehen, wenn du im Bett neben mir aufwachst.“ S.285 Gavin

„Das Gute will ich, und das Schlechte, und das dazwischen. Mit allem, was dazugehört. Wir können unglaublich zusammen sein.“ S.335 Gavin

Passender Weise ist Dillon von der ersten Seite an total unsympathisch. Es ist nur Schade, dass seine doch so offensichtlichen schlechten Eigenschaften, wie übermäßiger Besitzanspruch und Alkoholkonsum, welcher stets mit aggressiven Ausfällen gegenüber Emily endet, von eben dieser nur sehr langsam wahrgenommen werden. Vielmehr erhält man den Eindruck, dass diese jene negativen Charakterzüge absichtlich verdrängt. Fest steht jedenfalls: Es ist unmöglich Dillon zu mögen. Er ist vielmehr der Böse, den es zu bekämpfen gilt. Dadurch wird der Sympathieträger Gavin um so mehr empor gehoben.

Die Handlung im Gesamten ist, wie zu Beginn schon einmal erwähnt, sehr spannend und nervenaufreibend. Dabei wird sie zwar sehr emotional, aber triftet nie ins übertrieben kitschige ab. Zudem gibt es viele wunderbar integrierte Nebencharaktere, welche der Geschichte viele Facetten beifügen, und so das Gesamtgeschehen erweitern. Neben all den gefühlsbetonten Szenen, gibt es auch immer wieder Stellen, welche die Handlung durch ihre Situationskomik aufzulockern wissen.

Fazit:

Emily und Gavin haben das Potenzial zu einem legendären Liebespaar und ihrer Geschichte kann man sich einfach nicht entziehen. Zu spannend und mitreißend wird diese erzählt.

5 von 5

 

 

XOXO Puppette

Rezension: „You were mine“ von Abbi Glines

you were mineTitel: You were mine

Autor: Abbi Glines

Verlag: Piper

Genre: New Adulte

Seiten: 272 Seiten

Preis: 8,99€

 

 

Klappentext:

Tripp ist genau dort, wo er nie sein wollte: zurück in Rosemary Beach. Zu viel erinnert ihn hier an seine Vergangenheit, die er hinter sich lassen wollte. Deshalb hat er allem vor langer Zeit den Rücken gekehrt. Aber jetzt ist er zurück, und viel zu oft läuft er Bethy über den Weg, die er ebenfalls nie wieder sehen wollte. Doch mit jedem Tag, den er in Rosemary Beach verbringt, spürt er, dass es ihm schwerer fällt, diesen Ort erneut zu verlassen – ebenso wie Bethy.

Rezension: 

Ich hatte schon seit einer Weile Angst vor diesem Buch, da ich vermutete, dass die Geschichte von Tripp und Bethy, die tragischste sein würde, die Abbi Glines bisher geschrieben hatte. Zumindest ließ dies die Dinge, die man in den bisherigen Bücher über die Beiden erfuhr, stark vermuten. Letztlich war das Buch aber nur halb so dramatisch, wie angenommen.

Es sei zunächst an zu merken, dass es sich bei „You were mine“ um den 9. Band der Rosemary-Beach-Reihe handelt und es dementsprechend nicht möglich ist seine Meinung zu diesem Buch zu äußern ohne auf die vorherigen Bände Bezug zunehmen. Wer diese also noch nicht gelesen haben sollte und keine Spoiler möchte, sollte meine Rezension nur mit geschlossenen Augen lesen.

Die Geschichte handelt von Tripp und Bethy, welche eine tragische Vergangenheit verbindet bzw. trennt. Nach dem Tod von ihrem Freund Jace, welcher auch Tripps Cousin war, befindet sich Bethy in einem tiefen Loch, auch welchem sie nur langsam wieder heraus zu finden scheint. Es macht zunächst den Eindruck als sei die allgegenwärtige Anwesenheit von Tripp, welcher sie immer wieder an das Verlorengegangene erinnert, eher hinderlich als hilfreich beim allmählich einsetzenden Heilungsprozess. Nach und nach müssen aber beide festellen, dass ihre Geschichte noch lange nicht abgeschlossen ist, sondern vielmehr grade erst beginnt.

Bethy spielt schon seit Band eins dieser Buchreihe eine immer wieder auftauchende Nebenrolle, wobei auch immer mehr von ihre Vergangenheit bekannt  wurde. Dabei machte sie immer einen starken und mit allen Wassern gewaschenen Eindruck. Deswegen war es um so ungewohnter nun eine vollkommen naive und unschuldige Bethy zu erleben. Dies lässt sich natürlich damit begründen, dass ein Teil der Handlung in der Vergangenheit spielt, um genau zu sein vor acht Jahren, zu diesem Zeitpunkt war Bethy grade mal 16 Jahre alt. Aber diese devote Arte zeigt sich auch immer mehr in der gegenwärtigen Handlung und geht sehr konträr zu dem Verhalten, welches Bethy bisher immer an den Tag legte.

Grade ihre absolute Hörigkeit gegenüber dem 18 jährigen Tripp hatte einen unschönen Beigeschmack, genau wie ihre etwas übertrieben dargestellte Unerfahrenheit.

„Wenn Tripp mich um etwas bat, dann tat ich es. Das mochte armselig klingen, aber so war’s.“ S.104

Da sich der junge Tripp dieser totalen Unterwerfung seitens Bethy vollkommen bewusst war und immer wieder darauf hinweist, dass sie eigentlich zu jung für ihn sei und es auch illegal sei. Er dann aber trotzdem keine 5 Sekunden lang die Finger von ihr lassen konnte, ging jegliche Romantik ihrer Teenager-Liebesbeziehung verloren.

Der ältere Tripp hatte dann, die für Abbi Glines typischen Charaktereigenschaften eines männlichen Protagonisten. So war er extrem fürsorglich, bis hin zu besitzergreifend. Auch die stalkerartigen Anwandlungen haben nicht gefehlt. Jedoch fand ich es angenehm, dass er trotzdem noch recht ausgeglichen wirkte und nicht jedes mal eine halbe Prügelei anzettelte, wenn ein anderer Mann mit Bethy sprach. Leider waren seine Worte bzw. seine Gefühlsbekundungen manchmal etwas konträr zu seinen Handlungen.

Wie schon erwähnt spielt die Handlung dieses mal sowohl in der Vergangenheit, also auch im Hier und Jetzt. An sich ist dies auch nur logisch, da die Beziehung zwischen Bethy und Tripp sich über einen langen Zeitraum erstreckt und viele der ältere Geschehnisse dem Leser bisher noch nicht bekannt waren. Jedoch sind die ständigen Sprünge auf der Zeitlinie teils sehr ungünstig gelegt wurden, so dass sie etwas verwirrend sein können. Zu dem wird hier deutlich, dass der Leser definitiv alle bisherigen Bände dieser Buchreihe gelesen haben muss und auch deren Inhalte noch gut im Gedächtnis, denn sonst kann es zu Verständnisproblemen kommen.

Im weiteren fand ich es sehr Schade, dass viele Missverständnisse eine denkbar unlogische Auflösung erhielten. Denn dadurch ging dem Buch ein Großteil an Spannung und auch Tragik abhanden.

„Ich hatte meine Angst, und er hatte seine.“ S.249

Der Schreibstil war wieder einmal vollgepackt mit bekannten und sich auch ständig wiederholenden Phrasen. Dementsprechend ist er nicht besonderes originell, liest sich aber auf Grund der einfachen Satzstruktur schnell und flüssig.

Fazit:

Das Buch bietet eine kurzweilige Unterhaltung, mit einer gehörigen Portion Herzschmerz. Es kann jedoch seine Spannung nicht konstant aufrecht erhalten.

3 von 5

 

 

XOXO Puppette