Rezension: „Die Verschworenen“ von Ursula Poznanski

die VerschworenenTitel: Die Verschworenen

Autor: Ursula Poznanski

Verlag: Loewe

Genre: Dystopie, Young Adult

Seiten: 464 Seiten

Preis: 18,95€ (Hardcover)

 

 

Rezension:

Nachdem mich der erste Teil dieser dystopischen Trilogie recht gut fesseln konnte, habe ich nun endlich die Zeit und Muse gefunden, auch den zweiten Teil zu lesen. Leider verhielt es sich mit ihm so, wie es bei mir häufiger der Fall ist, dass er mich nicht so begeistern konnte wie der erste Band, sondern mehr wie eine „Übergangsroman“ erschien, aber dazu später mehr.

Ria und ihre Begleiter befinden sich immer noch im Schutze der Schwarzdornen und verbringen fast ihre gesamte Zeit im verborgenen der geheimen Katakomben unter deren Territorium. Während Rias Freund Aureljo fieberhaft an einem Plan zur Infiltration der nächst gelegenen Sphäre feilt, kommen ihr immer mehr Zweifel, ob sie überhaupt wieder ein Leben unter den „Lieblingen“ führen möchte. Noch schwerer wird ihre Entscheidung durch die aufkeimenden Gefühle für den jungen Sandor, welcher auch immer mehr Interesse an ihr zu haben scheint.

Zunächst sei zu vermerken, dass es mir etwas schwer viel wieder in die Geschichte hinein zufinden. Denn diese ist schon sehr komplex aufgebaut und man verliert schnell den Überblick über all die verschiedenen Begrifflichkeit und Zusammenhänge, zumindest wenn man die Bücher nicht innerhalb eines kurzen Zeitraum hintereinander liest. Aber nach ca. 50 Seiten kam die Erinnerung an vorher gelesenes wieder und ich konnte mich voll ends auf das Geschehen einlassen.

Dabei wird im Verlauf der Geschichte zwar stetig eine gewisse Spannung aufgebaut, jedoch wirklich nur zu einem geringen Maße. Der Hauptbestandteil dieses Bandes bestand in Planung und Recherche, was nun mal nicht als eine fesselnde Tätigkeit zuverbuchen ist, zumindest nicht über 400 Seiten lang. Im weiteren fand ich den Handlungsverlauf teilweise auch nicht besonders gradlinig, was wohl mit der Denkweise der Protagonistin Ria zusammenhing, aber als Leser wusste man einfach viel zu oft nicht worauf die Geschichte auch nur ansatzweise hinauswill.

Ein weiterer Kritikpunkt, welcher im Zusammenhang mit dieser Sprunghaftigkeit liegen mag, sind die auftretenden Nebenfiguren, welche in manchen Situationen, aus dem Nichts wieder aufzutauchen scheinen und plötzlich eine unheimlich wichtige Rolle für die weiteren Entwicklungen einnehmen. Nur um dann so schnell wie sie in den Blickpunkt gerieten auch schon wieder zu verschwinden. Ich hatte schon allein ein Problem damit erst einmal wieder zu erfassen, in welchem Zusammenhang die jeweiligen Personen zuvor auftraten, geschweige denn zuverstehen warum sie nun auf ein mal eine solche Priorität haben. An dieser Stelle hätte die Autorin ruhig noch einmal einen Bogen zu Vorangegangem schlagen können, um dem Leser eine Einordnung der jeweiligen Figur zu erleichtern.

Anfangs konnte ich mich sehr gut in die Denkmuster von Ria hineinversetzen. Man merkt ihre Schulung hinsichtlich der menschlichen Kommunikation. Jedes kleine Detail einer Mimik oder Stimmmodulation wird von ihr analysiert und entsprechend darauf reagiert. Auch die damit einhergehende Angst und Hilflosigkeit, wenn sie Dinge mit diesen ihr gegebene Möglichkeiten nicht lösen oder entschlüsseln kann, waren sehr gut nachvollziehbar. Und als Liebhaber von Literatur konnte ich mich mit ihr und ihrer Liebe zum geschriebene Wort um so besser identifizieren.

„Verlorene Bücher sind verlorenes Wissen, verlorene Geschichte, verlorene Gedanken.“ S.28 Ria

Jedoch macht Ria im Verlauf des Buches eine Entwicklung durch, mit welcher ich sehr starke Probleme hatte. So scheinen ihre Gefühle für Sandor aus dem Nichts zukommen und die Gefühle für Aureljo ebenso so schnell verebbt zu sein. Auch hat sie keine großen Probleme damit ihre entstehende Beziehung zu Sandor vorerst vor Aureljo geheim zuhalten, sondern verweilt lieber weiter zwischen den Stühlen und lässt alles ein bisschen vor sich hin dümpeln. Dabei wechselt sie auch ständig ihre Prioritäten hinsichtlich des Ziels auf das sie hinarbeiten. Die Folge sind 180 Grad Drehungen, welche all die vorherigen Taten über Bord werfen und sich voller Elan anderen Zielen widmen, diese sind nicht selten auch noch vollkommen konträr.

Aber zumindest war es möglich Rias Charakter teilweise zuerfassen, wo hingegen Sandor dem Leser eigentlich recht fremd bleibt. So ist nicht klar warum er sich plötzlich so stark für Ria zu interessieren scheint und generell bleiben seine Gedankenwege dem Leser doch recht verborgen.

Ein großer Pluspunkt des Buches ist aber der Schreibstil der Autorin. Dieser ist zum Einen sehr einfach, flüssig und angenehm zu lesen und zum Anderen jedoch auch so komplex, dass eine detaillierte Beschreibung der Handlungsorte in die Geschichte verwoben wurde. Sodass man sich gut in der Geschehnisse hineinversetzten konnte.

Fazit:

Der zweite Band dieser Trilogie dient wohl eher der Vorbereitung auf das große Finale des abschließenden dritten Bandes, denn mit viel Entwicklung kann er nicht aufwarten. Das Buch lässt sich dennoch gut lesen und weckt doch Lust auf eine finale Auflösung, der aufkommenden Problematiken.

3 von 5

 

 

 

 

 

XOXO Puppette

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2 Gedanken zu “Rezension: „Die Verschworenen“ von Ursula Poznanski

  1. Pingback: Lesestatistik Januar // Vorfreude Februar | Puppette Adora

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