Rezension: „Gehetzt: Die Chroniken des eisernen Druiden“ von Kevin Hearne

gehetzt

Titel: Gehetzt: Die Chroniken des eisernen Druiden #1

Autor: Kevin Hearne

Verlag: Klett-Cotta

Genre: Fantasy

Seiten: 350 Seiten

Preis: 16,95€

 

 

Klappentext:

Atticus O’Sullivan führt ein scheinbar friedliches Dasein in Arizona. In seinem Laden bekommt man alles, was man eben so brauchen kann. Nachbarn und Kunden halten ihn für einen netten, tätowierten jungen Mann. Tatsächlich ist Atticus aber nicht 21, sondern über 2100 Jahre alt: Er ist der letzte lebende Druide. Seine übermenschlichen Kräfte zieht er direkt aus der Erde und außerdem besitzt er ein unsagbar scharfes magisches Schwert namens Fragarach. Zu Atticus’ Unglück aber ist eine überaus erzürnte keltische Gottheit hinter genau diesem Schwert her. Und sie hat es auf Atticus’ Leben abgesehen …

Rezension:

Ich habe zwei Anläufe für dieses Buch gebraucht. Ursprünglich wollte ich es auf englisch lesen und bin kläglich gescheitert. Denn die Geschichte ist gespickt mit einer Unmenge an Fremdwörtern bzw. Eigennamen, aus der größtenteils irischen Mythologie. Dadurch konnte ich dem Geschehen schnell nicht mehr folgen, da mir schlichtweg nicht mehr klar war, wer da eigentlich grade mit wem, über wen spricht. Da mir aber Maria von engelsmomente so von diesem Buch vorgeschwärmt hat, hab ich ihm noch mal eine zweite Chance, diesmal in deutsch, gegeben und siehe da ich habe tatsächlich etwas verstanden :).

Atticus O’Sullivan lebt im sonnigen Arizona und führt dort ein kleines Geschäft mit allerlei esoterischem Schnickschnack. Ein Jeder würde ihn für einen gewöhnlich Hippie in den Zwanzigern halten. Doch weit gefehlt, denn eigentlich ist Atticus ein Druide und über zweitausend Jahre alt und mit seinem gemütlichem Leben als Ladenbesitzer scheint es nun auch bald vorbei zu sein. Denn dummerweise hat er dem Gott der Liebe sein Schwert gestohlen und der möchte es nun wieder haben. Dafür hetzt er dem „jungen“ Druiden so ziemlich alles was die Welt der Feen und Elfen an Schlägern zu bieten hat auf den Hals. Atticus einzige Unterstützung gegen den Aufgebrachten Gott scheint sein Wolfshund und Morrigan, die Göttin des Todes, zu sein. Wobei bei man sich bei Letzterer nie sicher sein kann, ob sie einem grade das Leben retten will oder doch lieber die Augen aus hackt.

Der Leser wird mitten hineingeworfen in eine Welt, in welcher so ziemlich jede Gottheit von jeder Glaubensrichtung zu existieren scheint. Dabei werden einem gleich zu Beginn die Namen von eben diesen in rasanter Abfolge um die Ohren gehauen, sodass es zunächst zu leichten Verständnisschwierigkeiten kommen kann. Trotzdem verfällt man nur all zu schnell dem Ungemeinem Charme von Atticus O’Sullivan. Dieser tritt mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein auf und hat dabei immer einen Gewissen Schalk in den Augen. Auch seine große Vorliebe für das weibliche Geschlecht, von welchem er sich ständig ablenken lässt, machen in nur um so sympathischer. Das er eigentlich schon über 2000 Jahre alt ist, merkt man ihm aber kaum an. Da ihn in all diesen Jahren wohl nicht die nötige Weisheit zuteil geworden ist, welche man mit solch einem enormen Alter assoziiert.

Sein Begleiter Oberon der Wolfshund ist auch einer dieser Charaktere, welche man von der ersten Begegnung an einfach nur ins Herz schließen muss. Besonders schön ist hierbei seine veranschaulichte Denkweise. So kann er auf gedanklicher Ebene mit Atticus kommunizieren in dessen Sprache, aber er verliert dabei nie sein hundisches Verhaltensmuster. Nur allzu oft werden Tieren, welche des Sprechens mächtig sind, automatisch auch menschliche Verhaltensweisen beigelegt, dies wirkt dann jedoch oft lächerlich. Nicht so bei Oberon, welcher zwar sprechen kann, aber dabei durch und durch Hund bleibt. Dadurch entstehen häufiger die witzigsten Dialoge, die dem Buch die gewisse Würze verleihen.

So schön die einzelnen Charaktere auch ausgearbeitet worden sind, hat das Buch doch auch einige Schwächen auf zu weisen. Zunächst einmal hat die Handlung keinen roten Faden, dem sie folgen könnte. Viel mehr sind es viele einzelne, sehr actiongeladene Sequenzen, welche notdürftig zusammen geknüpft worden. Darunter leidet dann des Öfteren, sowohl die Logik, als auch das Verständnis. Zwar sind die einzelnen Szenen sehr spannend und die zustande kommenden Kämpfe toll beschrieben. Jedoch kann diese Spannung nicht über die gesamte Handlung konstant gehalten werden, da das fernbleiben von flüssigen Übergängen stark den Lesefluss stört. Schön sind aber die immer wieder eingeflochtenen humorvollen Dialoge während etwaigen Kampfszenen, welche grade durch ihr unpassendes Auftreten für einige Lacher sorgen.

„Ein Freund hilft dir beim Umzug schleppen,aber ein richtiger Freund hilft dir ‚ne Leiche schleppen.“

Ein weitere Kritikpunkt wäre der Aufbau dieser fantastischen Welt an sich. Es wird zwar am Rande immer mal wieder angesprochen, dass so ziemlich jede Gottheit und Lebensform tatsächlich existiert und diese teilweise unentdeckt unter den Menschen zu leben scheinen. Aber wirklich erläutert wird dieses Konzept nicht und auch die „Welt der Götter“ in welcher wohl die meisten von eben diesen zu leben scheinen wird als vollkommen gegeben dargestellt, ohne jegliche Erklärungen. Eben so die Beziehungen der einzelnen Gottheiten zu einander sind äußerst diffus. So wäre es beispielsweise schön gewesen zu Wissen, warum grade der Gott der Liebe solch ein Kriegsmonster zu sein scheint. Wobei dies doch so gar nicht mit den gängigen Vorstellung dieser Person einher geht. Alles in allem lassen einen die fantastischem Elemente der Geschichte sehr verwirrt zurück und hätten definitiv besser ausgefeilt werden sollen.

Fazit:

„Gehetzt: Die Chroniken des eisernen Druiden“ ist ein Buch, welches einen mit nimmt auf eine Reise voller Action und Situationskomik. Über etwaige Logikfehler muss der Leser dabei doch schon einmal hinweg sehen können.

3 von 5

 

 

 

XOXO Puppette

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