Rezension: „Im freien Fall oder Wie ich mich in eine Pappfigur verliebte“ von Jessica Park

Im freien Fall

Titel: Im freien Fall oder Wie ich mich in eine Pappfigur verliebt

Autor: Jessica Park

Verlag: Loewe Verlag

Seitenzahl: 384

Preis: 17,95€ (HC)

Genre: Jugendroman, Contemporary

 

 

Klappentext: 

Der E-Book-Bestseller aus den USA! Eine herzzerreißende Liebesgeschichte mit feinsinnigem Humor für Leser von Jojo Moyes und John Green. Julie kann es nicht fassen: Statt die ersten Tage am College zu genießen, beaufsichtigt sie plötzlich eine 13-Jährige, die keinen Schritt ohne die lebensgroße Pappfigur ihres Bruders Finn unternimmt. Zugegeben, ihres sehr gut aussehenden Bruders Finn. Der befindet sich zwar gerade auf Weltreise, schreibt aber E-Mails, die Julies Knie butterweich werden lassen. Doch wieso zögert er seine Rückkehr immer weiter hinaus? Weshalb stört sich niemand an seinem platt gedrückten Doppelgänger? Und verliebt Julie sich tatsächlich gerade in eine Pappfigur?

Rezension:

Nachdem ich so viel Gutes über das Buch gehört hatte, wollte ich es natürlich auch unbedingt lesen. Ausserdem ist der Titel schon echt originell und das Cover auch nicht grade unansehnlich. Um jetzt eins vorweg zu nehmen, mich hat das Buch leider nicht gänzlich überzeugen können.

Die Geschichte beginnt mit einer mittelschweren Katastrophe. Julie ist für ihr Studium nach Boston gezogen und steht nun mit all ihren Umzugskartons vor ihrer neuen Wohnung, welche sich allerdings als Burrito-Restaurant entpuppt. Kurz vor einem Nervenzusammenbruch ruft sie ihre Mutter an und wie das bei Müttern so ist, weiß diese natürlich Rat. Spontan meldet sie sich bei ihrer alten College-Freundin, welche mit ihrer Familie in Boston lebt. Diese ist sofort bereit Julie bei sich aufzunehmen. Tja, so kommt es das Julie sich unvermittelt in einem Haushalt voller skurriler Persönlichkeiten wieder findet. Allen voran Papp-Finn, der etwas platte Ersatzbruder/sohn, denn sein Ebenbild befindet sich grade auf Weltreise .

Schon nach ein paar Seiten kam ich etwas ins stutzen, denn in diesem Buch ist einfach jeder irgendwie verrückt. Ich meine es gibt keine einzige Person die nicht mit ihrer Art weit von der Norm abweicht. Mir war das einfach ein bisschen zu viel. Es lässt die Geschichte ziemlich inszeniert wirken und ohne die Möglichkeit sich mit den einzelnen Charakteren zu identifizieren. Auch die Logik hat ziemlich unter dieser Ansammlung an Kuriositäten gelitten. Julie findet es von Anfang an nicht ungewöhnlich oder beunruhigen, dass Celeste die ganze Zeit mit einer riesigen Pappfigur durch die Gegend läuft und diese wie eine reale Person behandelt. Also wenn ich bei einer Familie unterkommen würde, wo abends am Esstisch eine Pappfigur mit am Tisch sitzt, würde mich das schon etwas beunruhigen.

Eine weitere Sache, welche mich etwas störte, war die starke Fokussierung von Julie auf soziale Medien. Ständig musste alles auf Facebook mit irgendwelchen Statusmeldungen dokumentiert werden. Die am Anfang von fasten jedem Kapitel stehenden Kommentare von Matt, Finn und Julie waren zwar manchmal ganz witzig, aber genau wie die meisten Dialoge des Buches haben sie oft zu gestellt gewirkt.

Ich denke mein größtes Problem mit dem Buch, war der Schreibstil der Autorin ganz allgemein. Es ist wohl einfach ihre Art die Gespräche immer etwas skurril wirken zu lassen. Nur leider greift sie nicht vereinzelt zu diesem Stil, sondern dies zieht sich konsequent durch das ganze Buch, was mir persönlich etwas zu viel des Guten war.

Die Handlung hat sich im Verlauf der Geschichte gut entwickelt und lief letztlich auf einen finalen Konflikt zu. Es haben sich nach und nach immer mehr Fragen rundum die Existenz von Papp-Finn angesammelt. Die Familienmitglieder sind diesen zwar zunächst gekonnt ausgewichen, aber Julie schaffte es mit ihrem „Kümmer-Syndrom“ schließlich doch die Wahrheit ans Licht zu bringen. Durch diese schrittweise Aufklärung der Familiensituation, hat der Leser lange die Möglichkeit zum spekulieren, was dem Spannungsanstieg eines Buches sehr willkommen ist. Mir persönlich viel es leicht hinter bestimme, zunächst unaufgedeckte Konstellation zukommen. Jedoch würde ich nicht sagen, dass die Autorin ihre Buchinternen Probleme zu schwach verschleierte, viel mehr hängt es damit zusammen, dass ich schon Bücher mit ähnlichen Konzepten gelesen habe. Trotzdem hatte es natürlich den Effekt, dass mir die Geschichte weniger spannend erschien.

Ich habe ja zu Beginn schon einmal erwähnt, dass mir die Charaktere etwas zu verrückt waren. Da wäre zunächst die Protagonistin Julie, welche abgesehen von ihrer Sucht nach Facebook, eigentlich ganz sympathisch daher kommt. Sie hat das dringende Bedürfnis sich ständig um alle Menschen in ihrem Umfeld zu kümmern, ist dabei jedoch oft etwas blind für die wirklich wichtigen Dinge. So verdrängt sie zum Beispiel ihre stark gestörte Beziehung zu ihrem Vater, auch wenn diese dem Leser nur all zu offensichtlich ist.

Im weiteren wäre da Matt, der jüngere Bruder von Finn. Er ist ein Mathematiknerd mit einer Schwäche für T-Shirts mit „nerdigen“ Sprüchen drauf. Es ist etwas nervig, dass er sein Nerdtum immer so betonen muss, um sich auch ja von anderen Menschen abzusondern.

Die Person, um die sich aber eigentlich die ganze Handlung dreht, ist Finn, welcher sich grade auf Weltreise befindet. Durch die rege Kommunikation zwischen ihm und Julie via Facebook erfährt man allmählich mehr über ihn. So ist er ein ziemlicher Abenteurer und Adrenalinjunkie. Zudem ist bekannt das er gut aussieht, was Julie auch täglich mit Hilfe von Papp-Finn bewundert. Ansonsten ist Finn ein großes Mysterium und für den Leser dadurch auch sehr schwer greifbar.

Seine jüngere Schwester Celeste war für mich der am besten ausgeformte Charaktere. Sie ist zwar sehr merkwürdig in ihrer gesamten Art, aber sie war die einzige Person bei der dies glaubwürdig und nicht aufgesetzt wirkte.

Fazit:

Im Großen und Ganzen war der Roman durchaus unterhaltsam und hatte seine überraschenden Momente, aber der Schreibstil der Autorin konnte meinen Geschmack nicht ganz treffen.

3 von 5

 

 

XOXO Puppette

Advertisements

Ein Gedanke zu “Rezension: „Im freien Fall oder Wie ich mich in eine Pappfigur verliebte“ von Jessica Park

  1. Pingback: Lesestatistik Oktober | Puppette Adora

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s